Auf zu den Schafsinseln – Färöer

27. März 2025 Aus Von admin

Mal wieder unterwegs, mal wieder der Norden, eigentlich immer der Norden. Wir mögen das.
Nachdem wir im letzten Jahr unsere Islandtour aufgrund unseres Umzuges stornieren mussten, wird es dieses Jahr besonders bunt:
Jetzt Kurztrip auf die Färöer, im April mit meinen beiden großen Enkelmädels nach London, Günter dann nach Spanien und dann wir beide wieder nach Norwegen unsere „Coronatour 2022“ aufarbeiten. Im Juli dann wieder Island, muss einfach sein – ist Seelenfutter und im September geht Günter dann wieder auf seine Männerbootstour und ich – weiß noch nicht, wird sich finden.
Am 23. März haben wir uns auf den Weg gemacht Richtung Hirtshals. Gefühlt war die ganze Strecke auf dänischer Seite eine einzige Baustelle. Mit uns im Auto Doris und Piet, Freunde aus der Sportgruppe. Wir hatten ausreichend Zeit eingeplant, Piescherpause muss sein und in Hirtshals selber gönnten wir uns noch eine Frühstückspause am Strand. Na ja, so richtig Strand war es nicht, wir standen neben dem Toilettenhaus, fast, aber doch ziemlich nah. Keine Ahnung warum.
Die Färöerfahrer sollten 1 1/2 Stunden vor Abfahrt beim Check-in sein, was immer sehr zügig von statten geht. Pässe zeigen, Kabinenkarten bekommen, in die richtige Wartereihe fahren und fertig. Kabinenkartenkarten verteilen und, oh Schreck, wir haben alle vier die selbe Kabinennummer. Ne! Aus dem Alter sind wir raus. Abmarschiert zum Check-in Häuschen, Sachlage erklärt und schnell geklärt.
Bei bestem Wetter, sehr ruhiger See, kein Grund seekrank zu werden und bei einem herrlichen Auslaufbier konnten wir es uns gut gehen lassen.
Auslaufbier
Das Schiff war jetzt außerhalb der Saison auch nicht ausgelastet, eines der begehrten Sofas zu ergattern war kein Problem. Man unterhält sich, döst vor sich hin, spielt Karten, liest oder strickt. Die Zeit vergeht und mit einem Mal ist es abends und wir werden mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt
Traumkulisse
Der Wind ist kaum spürbar und der Gang auf dem Deck wirklich angenehm und die Luft warm. Man könnte wortwörtlich sagen…
Tote Hose …tote Hose.
Der zweite Seetag war ebefalls noch ruhig, so ziemlich ruhig. Die Wellen bekamen kleine Schaumkronen, es wurde auch ein bisschen mehr und am Nachmittag schaukelte es dann für mich zu doll. Es war nicht wirklich doll, aber mir hats gereicht. Erst der Kopf „aua, das schaukelt“, dann meinte der Rest des Körpers „nimm eine Tablette, leg dich hin und verschlafe den Seegang“. Gesagt getan und am nächsten Morgen, Einlauftag in Tórshavn, ging es mir wieder gut.
Die Einlaufzeit ist allerdings unchristlich, bereits um 7:30 Uhr, Hotel Check-in offiziell 14 Uhr. Da muss der Tag gut ausgenutzt werden.
Geplant war Kirkjubör und Vestmanna.
Kirkjubör ist nur wenige Kilometer von Tórshavn entfernt, ein kleiner verschlafener Ort mit einer großen Geschichte. Es befindet sich die älteste Dorfkiche der Inselgruppe dort,
und dieses Eingangstor finde ich einfach faszinierend. Die Lichtreflexe müssen im Sommer grandios sein.
Das älteste bewohnte Holzhaus Europas befindet sich ebenfalls dort und die imposanten Mauern der St. Magnus Kathedrale, wobei nicht so ganz sicher ist, ob die Kathedrale jemals wirklich fertig gebaut wurde.
im Hintergrund das älteste bewohnte Holzhaus.
wie klein wir doch sind. Hochachtung posthum für die Menschen, die mit ihrer Körperkraft beim Bau des Gebäudes geholfen haben. Und so etwas hält jahrhunderte lang.
Diese Mauern, die immer wieder und überall zu finden sind, sind ebenfalls schon weit über 100 Jahre alt oder hunderte Jahre.
Mauern, deren Zweck man sich denken kann und Mauern, von denen man heute nicht erkennen kann welchem Zweck sie einmal dienten.
Aber weiter geht es nach Vestmanna
In Vestmanna sollten wir einen Sondereinlass für das dortige Museum bekommen. Es war alles abgemacht, Emails geschrieben, den horrenden Eintrittspreis für 4 Personen akzeptiert, bei Regen angekommen, gewartet, gewartet um dann endlich in der Tankstelle darum gebeten jenen Gunnar anzurufen, um ihm mitzuteilen, dass wir vor Ort wären. Und – was sagt der Mensch am Telefon, er wäre in Tórshavn. Na Bravo, danke auch dafür, aber alles ist für irgendwas gut uns so haben wir ca. 80 Euro gespart.
Der überwiegende Bedarf des Stromes der Inseln wird durch Wasserkraft in Vestmanna erzeugt, eine Gezeitenenergieanlage wird dort betrieben und kontinuierlich ausgebaut und es gibt einen hässlichen Campingplatz. Sollte man wissen, falls man dort mal im Camper übernachten möchte – geht nämlich nicht, denn der ist nur für Dauercamper angelegt. Steril wie auf einer Verkaufsfläche.
Aber die Wasserfälle entschädigen.
An diesem kann man rechts ein kleines Stück hochgehen. Es muss viel geregnet haben in der letzten Zeit, denn der Weg ist sehr weich und ein Teil sogar so unterspült, dass man auf einer Linse ging und federte.

Ne, ne, das sind nicht die Hummerbuden von Helgoland.
Machen wir uns auf den Rückweg und hoffen etwas früher im Hotel einchecken zu können. Hat geklappt. Nach einer Ruhepause wollen wir dann noch in den Ort durch den Stadtpark Viðarlundin, der einzige Ort mit einer nennenswerten Baummenge und wunderschön naturbelassen.
alles bleibt wie es ist
Wohlfühlort, angelegt 1880 kämpft man bis heute mit der Erhaltung, denn Stürme und das rauhe Klima sorgen nicht gerade für ein zügiges Wachstum.

Mit einem Spaziergang durch das „Regierungsviertel“ becschließen wir den Tag und gönnen uns ein, zwei Glas Wein im Hotel.