29.- 30.06.Klein Island – Island in Klein – Museum nein
Es soll ein Wünschetag werden, nein nicht ein Wetterwünschetag, ein Stationenwünschetag und ein Übernachtungswünschetag und ein ganz klein wenig auch Wetterwünschetag. Die Erwartungen sind hoch.
Snæfellsnes, die große Halbinsel im Westen wird auch als Island im Kleinen bezeichnet. Es ist alles zu finden, was Island ausmacht. Wasserfälle, Vulkane, Höhlen, Strände, reiche Vogelwelt und auch Polarfüchse, wenn man sie denn zu sehen bekommt. Im Moment sehen die, bedingt durch den Fellwechsel, aus als hätten sie die Räude.
Das vermeintliche Tor zu dieser Halbinsel besteht aus zwei Felswänden, die wirklich wie ein Eingang anzusehen sind, aber das ist nur meine Ansicht.
Erstmal zieht sich die Strecke, ich könnte einschlafen. Als Beifahrer kann ich mir das ja leisten, wenn da nicht die vielen kleinen Schönheiten zu sehen wären, an denen wir aber nicht anhalten können; sonst kämen wir nie an.
Endlich, nach rechts abbiegen um von der Verbindungsstraße nach Stykkisholmur aus den kleinen, aber feinen Wasserfall, den Selvallafoss, besuchen können. Es ist wirklich sehr kalt und unfreundlich. 
Zu unserer Überraschung liegt der Wassserfall nur wenige Meter neben dem Parkplatz, ein wenig gehen müssen wir schon. Wenn es denn trocken wäre und wir um einige Jahre jünger wären und der Wind nicht so kalt blasen würde und noch viele UNDS, dann könnte man tatsächlich hinter diesen Wasserfall von einer auf die andere Seite gehen.
Anmerkung am Rande: Und dieses Teil habe ich auf meiner „Frauentour“ nicht gesehen. Ojemine, aber damals war das Wetter noch schlimmer, die Lust raus aus dem Auto in das Schmuddelwetter zu gehen noch geringer.
Allzulange halten wir uns nicht auf und fahren weiter, nun den Berg wieder runter. Es geht der Küste entlang durch Grundarfjörður, beliebter Ort für Kreuzfahrer, obwohl im Ort nichts los ist, aber der Kirkjufell lockt alle an. Wir fahren vorbei, den kennen wir schon.
Mich interessiert mehr der Schrott und die Ruinen, die teils rechts und links von der Straße zu sehen sind.
Hauskauf gefällig?
Wir fahren durch ein riesiges Lavafeld, dem Berserkerhraun und ja, ihr habt richtig gelesen. Hier haben die Berserker gewütet, aber das wird nur in den Sagas berichtet. Nun wissen wir auch, woher wir die Aussage „da würde jemand wie ein Berserker….“.
Vorbei auch am Herstellungsort und Museum für Hákarl, dem „Gammelhai“, der einfach nur gräßlich stinkt und mindestens genauso gräßlich schmeckt. Hergestellt wird diese isländische Spezialität aus dem Fleisch des Grönlandhaies, ein Tier, dass mehrere 100 Jahre alt werden kann. Er wird nicht befischt, gelangt nur manchmal als Beifang auf den Schiffen und wird dann an diesem Ort abgeliefert. Der Grönlandhai hat keine Nieren und die Abfallprodukte, die wir mit dem Urin ausscheiden, sammeln sich im Fleisch. Nun könnt ihr euch vorstellen, wie diese abgepackte Köstlichkeit riecht. Das Ammoniak wird durch langes Abhängen der Fleischteile abgebaut, aber der Geruch bleibt, der Geschmack leider auch.
Nächster Ort Ólafsvík, gaaanz langsam durch mit 30 km/h durch den Ort, bis wir Hellissandur erreichen, ein kleiner Ort in dem jedes Jahr ein Houseart-Event stattfindet. Mal sehen, was die dieses Jahr so an die Wände gesprüht haben. Dann ist da noch das Maritim-Museum, dass ich schon lange mal besuchen wollte. Ach ja und der Künstler, der 3 riesige Steinblöcke bearbeitet und gestapelt hat.
<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<Upps! das ist keine Kunst, das ist Schrott

Aber hier kommt noch einmal Kunst
Nein, man kann dieses Kunstwerk nicht besteigen, kleiner Fototrick.
Und was ist nun mit dem Maritim Museum? Muss ein weiteres Jahr verschoben werden – weil – geschlossen. die wollen uns nicht, soll’n sie doch gleich sagen.
Nach einer ruhigen Nacht fahren wir weiter rum um die Halbinsel, das Wetter ist zunächst richtig gut, die Wolken stehen relativ hoch und die Stimmung steigt, aber man soll sich ja nie zu früh freuen. „Frau“ will unbedingt sehen, wo die ersten oder fast ersten Iren auf Island gelebt haben. Es gibt noch ein paar Fragmente die man sich ansehen kann, so z.B. ein Brunnen. Als Abdeckung dann landestypisch ein Walknochen. Es braucht schon so manchesmal etwas mehr Fantasie um zu erkennen, wie einige historische Stätten einmal ausgesehen haben könnten. 
Passend hierzu dann die Restbestände der früheren Anlandungsstelle für Fisch.
Wie schon geschrieben, etwas Fantasie ist wichtig. Wo Fisch angelandet wurde, darf eine Möglichkeit zum Trocknen des Fisches auch nicht fehlen. Also hin und ein wenig klettern, um eine kleine Höhle mit Schlot zu finden.
Dafür kraxelt man doch gerne.
Der Himmel bedeckt sich wieder, der Wind ist eiskalt, Mützen und Handschuhe sind angebracht.
Hab ich immer behauptet Island wäre nicht kalt? Ja hab ich, aber dieses Jahr ist es überwiegend kalt.
Noch ein kurzer Abstecher in Hellnar, gleich wieder raus zum Spazierengehen gerade nicht optimal. Nach Arnastapi abbiegen und auf Fisch ’n Chips hoffen. Es gab hier mal einen Fish `n Chips Stand, der wirklich gut war. In Island erlebt man immer wieder, dass was gestern war heute noch lange nicht mehr da sein muss. So auch jetzt. Die Mahlzeit wird woanders eingenommen, schmeckte mäßig und war teuer.
Wir machen nun keine großen Abstecher mehr und wollen nur noch endlich einmal die Kirche von Buðir sehen.
Ojemine, das ist ja die reinste Völkerwanderung dorthin, aber da müssen wir nun durch, ein Umkehren geht nicht. Geduldig warten wir im Wagen darauf, das die Menschenmasse sich auflösen wird. Tut sie auch, aber der nächste Schwall ist bereits im Anmarsch. 
Schade, man kann nicht hinein in die Kirche, es müsste dann wohl auch Eintritt bezahlt werden und würde heißen „Wegen Überfüllung geschlossen“.
Schnurstracks mit kleinem Umweg wird es nun aber Zeit für den nächsten Campingplatz, wir sind müde und freuen uns auf Budardalur.