29. – 30. Juni – Abwettern ist angesagt

9. Juli 2021 0 Von admin

Wir sind gestern abend in Talknafjörður gelandet. Geplant war eventuell in Patreksfjörður zu bleiben, dies aber erst nach Begutachtung des Campingplatzes zu entscheiden. Durchgefallen, nächster Ort Talknafjörður.


Nur 81 km, aber ich sage euch, die haben mich wieder fast zur Verzweiflung gebracht. Panik Paula hat dem Fahrer ganz schön etwas abverlangt. Ich glaube, die Westfjode sind nichts für mich. Hoffentlich will ich nie in die Alpen! Aber jede Angst muss belohnt werden und wenn es mit einem schönen Blick ist.



Und wann kommt das Schöne? Ja also, ich glaube, da waren wohl nur Steine und der Kleifabui


Wer keine Arbeit hat, der macht sich welche beim Steine stapeln. Immerhin steht dieses Kerlchen bereits seit 1947.

Wenn es rauf geht, geht es auch immer bergab und ich weiß wirklich nicht, was furchtbarer ist. Kommt ja auch immer darauf an, ob ich an der Tal- oder Bergseite sitze. Manchmal sitzt man nur an der Talseite. Ich hab Baldrian vergessen!

Der Campingplatz in Talknafjörður sieht gut aus, ist direkt neben der Schwimmhalle. Außer einem kleinen Toilettenhäuschen gibt es noch ein Küche mit zwei Tischen sowie ein weiteres gewöhnungsbedürftiges Sanitärgebäude. Die Bezeichnungen Gebäude stimmen meistens nicht, vielmehr sind es oftmals Container, mal mehr oder weniger gut in Schuss. Der Sanitärcontainer ist schon speziell. Man kommt rein und es gibt zwei Toiletten, unten offen. Na ja, hat ja den Vorteil, man sieht auf die Schnelle wann besetzt. Dann geht man weiter und findet an einer Wand eine Waschrinne. Mich erinnern diese Dinger immer an einen Schweinetrog, nur mit Wasserhähnen, dahinter dann eine Dusche mit Vorhang. Wenn man also duschen will, versperrt man allen anderen, die nur Hände waschen oder Zähneputzen wollen diesen Bereich, denn tatsächlich man kann abschließen.
Der 30. Juni findet überwiegend im Bus statt, wir wettern ab. Es stürmt und rings um uns herum sind dunkle Wolken am Himmel. Der Sturm ist so stark, dass die Wassertropfen der sehr tief hängenden Wolken wirklich waagerecht durch die Luft fliegen. Ein surrealer Anblick.



Aber dennoch finden wir eine Stunde zum Spazierengehen.









Insgesamt ist es total komisch. Ich schrieb ja ringsherum waren die Wolken. Der Ort selber lag wie in einer Sonnenlinse, das gab natürlich tolle Regenbogen – Foto – schiet aber auch – im Auto.
Am nächsten Vormittag soll es weiter gehen, aber vorher schauen wir noch einmal wo und wie die Straße aus dem Ort weiter geht. Das bekannte Pollurinn (Hotpot) sparen wir aus.
Schotter oder Modder, das ist manchmal bei den Straßen die Frage. Die Antwort ist einfach, kommt darauf an ob es geregnet hat oder nicht. Wir haben schotterigen Modder. Nein, so schlimm ist es nicht.



Wir kehren bald um und machen uns auf den Weg zum Dynjandi. Aber halt, vorher noch schnell Fisch auf die unkomplizierte Art kaufen.

Fisch aussuchen, Datum, gekaufte Art und Summe in eine Liste eintragen, Geld einwerfen, mit KK bezahlen oder überweisen. Ehrlichkeit wird groß geschrieben.


Egal wie die Straßen sind, ob Schotter oder Modder, ob Tal oder Berg, ob schmal oder weit, am Dynjandi muss man gewesen sein.
Aber noch mal Halt. Man hat uns gesagt, dass es in Bildudalur im Végamot die besten Fiskur og Franskar gibt, also Fish und Chips. Frühstück war zwar erst, aber nutzt ja nix, da muss im Magen eine Ecke zu finden sein. Köstlich war’s.
Wenn wir wieder zuhause sind müssen wir unbedingt wieder vernünftig und gesund essen.


Solche kleinen Gartenanlagen findet man oft in den kleinen Gärten, angelegt von Privatpersonen, denen man dann mit Gedenktafeln oder wie man sieht aufwändiger, huldigt. Nun aber weiter der Dynjandi wartet.
Die gesamte Straße bis dorthin ist NUR geschottert, geht über eine Höhe und ich reiße mich wirklich zusammen um nicht andauernd zu zucken oder angstvolle Halbsätze von mir zu geben.






Dann ist er da, das Ziel meiner Träume der Westfjorde.







Um mal die Größenverhälnisse klar zu stellen.











So is das nun mal, runter kommt man immer irgendwie

Man kann die Eindrücke kaum wieder geben und darum geht es jetzt weiter zum nächsten Übernachtungsort nach Þingeyri.