01.07.- 02.07. – Aggregatzustände des Wassers
Auf unserer Fahrt nach Buðardalur, wie kann es anders sein, regnet es mal wieder, stimmt nicht, es regnet immer noch. Trotzdem, ein schönes „aus dem Auto raus Bild“ gibt es noch.
Vorne sieht man die moosbedeckte Lava und dann die irren Lavaformationen.
Meinem Wunsch folgend geht es heute dann Richtung Dynjandi. Die Strecke ist uns aber zu weit und wir wollen in Djupidalur übernachten, aufgrund der Wettervorhersage allerdings 2 Nächte. 
Wir haben Zeit, der Weg zum Campingplatz mit Schwimmbad, Hotpot und dampfendem kleinen Wasserablauf ist nicht so weit entfernt. Ein Besuch in Reykholar kann nicht schaden. In Reykholar befindet sich die Fabrik, die so tolles Meersalz herstellt, das unter Nordur Salt mittlerweile über die Grenzen Islands hinaus bekannt ist. Ich hab ja mal behauptet Salz ist Salz, aber vielleicht war das ein Irrtum, dieses schmeckt jedenfalls. 
Vorbei an unzähligen kleinen Wasserfällen, 
über unendlich erscheinende Brücken, die die langen Fjordwege abkürzen,
trottten wir in gemächlichem Tempo und lassen uns gerne überholen.
Selbst andere, als Touris identifizierte Autos überholen uns. Haben die denn gar keine Zeit? Immer sachte und ruhig, das Hirn muss auch alles verarbeiten was es so zu sehen bekommt.
Der Abstecher nach Reykholar lohnt sich schon deshalb, weil es dort eine reiche Vogelwelt gibt, von der wir wirklich nur die wenigsten Vögel erkennen. Austernfischer, Eiderenten und Bekassinen, die schaffen wir gerade noch. Bekassine heißen auch Himmelsziegen.
In diesem Vogelschutzgebiet gibt es aber auch noch ein paar heiße schweflige Quellen, stinkt und beeindruckt gleichermaßen.
Was passiert beim falschen Tritt:
Hin gehst du mit Schuhen komplett, zurück gehst du barfuß, nämlich ohne Sohle. Besser auf dem Weg bleiben!
Dieser Stein wurde von dem Geächteten Grettir hierhin geworfen. Wir sind eben im Sagaland, da gibt es für alles eine Erklärung und in mir reift der Gedanke doch einmal die Edda zu lesen, aber als Papierbuch.
Dieses Bild ist für eine ganz besondere Islandfreundin, alle anderen machen einfach die Augen zu. Diejenige weiß schon Bescheid und ich muss hier oft an sie denken, z.b. an „Hoch die Tassen in Reykjahlið“.
Ach ja, was isses denn nun: es ist mein geliebtes Wollgras.
Weiter geht es. Djupidalur wartet zum Abwettern, morgen soll es grauslich werden und da kann kein Wasserfall so schön ein, als dass man da im Regen stehen möchte. Regen?
Wie richtig diese Entscheidung „abwettern“ war zeigt das Bild
Muss ich nicht schreiben, was ihr da seht.
Nach dem allgemeinen Begrüßungsprocedere und der Bekundung, dass wir auch in den Hotpot wollen, sind wir dann erstmal auf Platzerkundung gegangen. In den Hotpot wollen wir morgen ganz früh.
Ja und dann sitzen wir da morgens um 8 Uhr im kuscheligen 39°C warmem Wasser und lassen den lieben Gott einen guten Mann sein, es nieselt ein wenig, gerade so viel, dass es nicht unangenehm ist und dann plötzlich wird es laut. Siehe oben. Wir im Hotpot und ein enormer Hagelschauer kommt auf uns nieder. Vorsichtshalber halten wir uns die Hände über den Kopf, könnte ja sein, dass es Tennisbälle werden. Der Boden ist weiß.
Nachdem wir wieder im Camper sind beginnt es erneut, wir können es kaum fassen. Für den CP-Besitzer war dies auch ein ungewöhnliches Ereignis. Ja und in den Bergen im Norden hat es in dieser Nacht Neuschnee gegeben. Braucht man das im Juli?

Vom Campingplatz aus sieht man auf der einen Seite dieses Rinnsal von Wasserfall und auf der anderen Seite den schwefeldurchsetzten Wasserfall. Wir sind jedesmal aufs Neues hin undweg, wenn wir es so einfach dampfen sehen.
Die Welt ist doch wunderbar.