14.06. – bitte wenden und alles auf Anfang
Nach drei Übernachtungen verabschieden wir uns von Bakkagerði, es geht weiter in den Osten der Insel, die Seite, die von den Touristen gern übersehen wird. Übersehen in dem Sinne, man fährt einfach durch, hält seltener und will entweder schnell in den Süden Islands, oder aber zur Fähre um wieder nach Hause zu kommen. Aber wer will das schon? 
Wir fahren heute nicht einfach so von A nach B, oder besser von B nach R, heute gibt es unfreiwillig Sightseeing, zwischendurch aber auch freiwillig.
Kurz hinter Bakkagerði gibt es ein ganz besonderes Wandergebiet mit besonders schönen Bergformationen und Farben – leider ist der Weg nicht nur anstrengend, sondern auch durch Schnee nicht ungefährlich, es wird auf Tafeln auf die Gefährlichkeit hingewiesen. Das ist z.b. schon mal eine Planung, die über den Haufen geworfen werden muss. Macht aber nichts. Dann eben einen kurzen Blick in die Innra Hvannagil, die Rabenschlucht.
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Wir können ein kleines Stück hineingehen, hinten links, und sind wirklich erstaunt. 
Wenn wir soetwas sehen, sagen wir fast immer gleichzeitig „das wäre das Richtige für Reiner“. Ist uns schon oft passiert. 
Der Weg ist weniger tückisch als der, bei dem ich mir im letzten Jahr das Handgelenk gebrochen habe, trotzdem – immer schön nach unten schauen. Ist aber Touri-like einfach.
Klar, dass wir an dieser Stelle noch nicht umkehren. Die Felswand sieht aus wie eine Schiebewand, wer darf rein und wer nicht.
Wie eine Wand dahingestellt, hoffentlich kippt das nicht um Aus solchen Platten besteht die gesamte Oberfläche
Der Himmel ist noch ein wenig bedeckt, aber das wird sich im Laufe des Tages noch ändern, die Sonne kommt, aber der Wind ist eiskalt und wir erreichen nicht die 10°C. Die Fahrt für Augen und Seele eine Erholung.
Der kleinste „Kaufmann“ Islands muss natürlich auch noch einmal ins Bild. Man kann sagen, bekannt aus Funk und Fernsehen, also eher letzteres.
Zu kaufen gibt es in der Hütte Getränke in Dosen und Naschereien. Das Geld wird einfach in einen Behälter gegeben der offen ist damit man auch Wechselgeld entnehmen kann. Das gibt es nur in Island. Im Getränkeautomaten muss man allerdings Münzen einwerfen.
Unser Übernachtungsort soll in Eskifjörður , ganz in der Nähe der Doppelspat(calcit)mine die ich mir als „Must see“ ausgesucht habe.
Auf dem Weg dorthin machen wir Halt an einem für mich immer wieder ganz tollem Aussichtspunkt Hólmanes, eine Landnase die es zu erobern gilt und die mittlerweile für „Wanderer á miniature“ wie wir es sind gut ausgebaut ist. 
Der Blick einfach gigantisch.
Für Leute mit Fantasie: ein versteinerter Bison
Der Campingplatz ist mit allerlei positiven Merkmalen angepriesen, wir sind zweimal dran vorbeigefahren. Da war nix. Na gut, es gab E-Anschlüsse, also schnell mal durch die Wiese bergauf und nachsehen was das Sanitärgebäude, na wohl eher Hütte, zu bieten hat. Das war dann schnell abgehakt: kein Wasser, Toiletten geschlossen, angeblich vorhandene Duschen nicht vorhanden.
OK, isso würde Marilen gesagt haben, auf in den nächsten Ort nach Neskaupstaður durch einen 8 km langen Tunnel, insgesamt ca 20 km. Dort angekommen – nix Campingplatz, dafür eine riesige Baustelle. Ich muss gestehen, das hätte ich im Internet lesen können. Das Ganze also noch einmal, zurück durch den Tunnel, durch Eskifjörður, weiter bis Reyðarfjörður. Hier bleiben wir.

der manuelle Waschlappentrockner Unsichtbar im Hintergrund wird das Bett unterm Dach
bereitet. Hauptsache man hat seine Hilfskräfte
Es wird nachts tatsächlich nicht dunkel. Im Westen geht die Sonne unter, leichtes Abendrot ist sichtbar und im Osten geht die Sonne schon wieder auf, die Bergspitzen leuchten schon wieder.
Morgen dann in die Doppelspatmine.