03.07. – Auf zum Dröhnenden – Dynjandi

Mittlerweile sind wir umzingelt von isländischen Campern, was nur bedeuten kann, dass das Wetter besser werden soll, dann also los, Dynjandi wir kommen.
Die Hauptstraßen der Westfjorde sollen so nach und nach komplett asphaltiert werden, sollen, sind sie aber noch nicht. Es war in großen Abschnitten ein Gehoppel mit dem Auto. Von WC-Papier bis Tischset und sich selbständig öffnenden Schranktüren war alles dabei, aber es hat sich gelohnt. Hierher werden wir altersbedingt nicht noch einmal kommen, aber wer kann das heute schon wissen. 
Es geht wirklich bergauf bergab, mal ordentlich geteert, mal unordentlich geschottert, mal zweispurig, mal einspurig, aber immer mit einer grandiosen Aussicht. Wolken ja, aber heute bleibt es trocken. 
Immer den Fjordrändern entlang und oft diese Lavareste im Wasser. Manchmal sieht es aus wie ehemalige Hausreste,
um dann ganz hoch oben wieder einen kleinen Aussichtsplatz zu finden, auf dem dann auch isländische Sagengeschichte erklärt wird. Wenn man mal genau darauf achtet, ist es tatsächlich so, dass man die Namen der Sagengestalten in den Namen der Orte wiederfindet. Das kann eine Winterarbeit von mir werden.
Kein Strauch, kein Baum, viel Moos und krüppeliges Gras und mittendrin, ohne Absicherung in die Tiefe, dieser Platz. 
Man kommt an Wasserfällen, und sind sie noch so klein, gar nicht drum herum. Irgendwao ist immer einer, mal einfach, mal in breitem Strom, mal in Kaskaden und dann aber, der König der Westfjorde.
Da ist er, das heißt genau genommen, da sind sie. Untereinander gereiht finden sich hier fünf weitere kleine Wasserfälle, jeder für sich eine Augenweide. Die vielen Menschen hier sind auch eine Augenweide, ein Mix aus vielen Nationen und Ethnien.
Von diesen großen Bussen waren auf dem Parkplatz ganze sieben zu sehen, hinzu kommen dann noch etliche kleinere Busse. Es war die reinste Völkerwanderung und wir taten gut daran etwas zu warten, denn die Karawane war offensichtlich bereits auf dem Rückweg von oben.

Der Hundafoss und ja, er heißt wie er sich liest.

Der Göngumannafoss, etwas frei übersetzt, der Spaziergängerfoss. Bis dahin war es dann wirklich nur ein Spaziergang, je höher man ging, umso schwieriger wurde es. Ich hoffe sehr, dass man das nie ändern wird.
Das Tollste, oder schreib ich besser dollste, war eine asiatische Gruppe aus einem der Tourbusse; ein Mann, klein und schmächtig trug eine ältere Frau auf dem Rücken nach unten. Ein Bild, wie in einem chinesischen Film. Das muss ganz schön schwierig gewesen sein über teils glatte Steine abwärts mit der (vielleicht) Mutter auf dem Rücken.

Wir sind nicht bis zur obersten Plattform spaziert, das war dann doch etwas tricky, außerdem waren wir da schon einmal. Wie man sieht ist es ja auch hoch genug.
Im oberen Bereich ist der Dynjandi 30 m breit und fächert sich bis auf 60 Meter aus. Welch eine Naturgewalt und Energie.
Nachdem die oben gezeigten Busse weg waren, kamen sofort die nächsten Busse. Ich meine gelesen zu haben, dass an diesem Tag in Isafjörður 4 Kreuzfahrtschiffe vor Reede lagen und dieser Besuch hier ist Standardprogramm.
Da ist dieses „Rinnsal“ doch wesentlich friedlicher.
Auf der Straße wieder zurück…..Straße, wer schreibt so etwas, das war dann obergrauslich und es entlockte mir den Satz „ich will noch nicht sterben“. Schotter, enge Straße, Gegenverkehr, keine Mottaka. Bitte kein Bus entgegen kommend
Es geht weiter bis Bildudalur zum Übernachten. Zwei Abfahrten aus dieser Richtung sind möglich,
die „ganz schlimme“ und die „gute“. Die erste ist die ganz schlimme, aber das wussten wir nicht. Ausgerechnet die haben wir genommen. Landschaftlich ist sie jedoch wesentlich reizvoller, aber 34 km nur Schotter, nur Löcher, nur schmal, ich sag euch, das ist anstrengend, auch für Beifahrer. 
Und dann fährt man, nein man hoppelt so des Weges entlang und sieht mitten in der Landschaft, im Nirgendwo ein Schwimmbad, bestehend aus einem Warmwasserbecken, mit Umkleidemöglichkeit und sogar einem natürlichen Hotpot. Schade, dass wir zu müde sind, aber das wär dann das absolute Highlight vor unserem Übernachtungsort gewesen.
Der da kann auch nichts mehr verrichten.
Bildudalur hat sehr wenige (ca.250) Einwohner und ist total auf Fisch und Fremdenverkehr eingestellt. Ich frage mich aber schon, wer sich hierher verirrt. An diesem Tag sind wir es.
Kakao und Internet (Mann ist glücklich) und dann ab ins Bett unterm Dach.Vorher noch den berühmt berüchtigten Fisch ’n Chips essen. Wir haben nun wirklich die Nase voll von diesem Essen, also sind die Dinger eher berüchtigt. Die Dose Linseneintopf schmeckt deutlich besser.