6.7. – Ósmann einmal umarmen

6. Juli – erst Ósmann, dann Hofsós
Sauðárkrókur, ein Ort den ich eigentlich nicht so prickelnd finde, aber es ein Ort, in dem es einmal eine Fischhautgerberei gegeben hat, die auch noch mit großen Worten im Internet beschrieben wird – nur leider, wir haben sie nicht gefunden, die gibt es dort gar nicht mehr. Zu blöd.
Viel wichtiger aber, es ist die Heimat vom Fährmann Ósmann, liebevoll beschrieben im gleichnamigen Buch von Joachim B. Schmidt. Wieder eine Buchempfehlung, ganz gleich, ob man mit Island eine Verbindung hat oder nicht. Ósmann lebte von 1862 bis 1914.

Ein Fährmann, ein Poet, ein Trinker und Zeit ihm zu Ehren einmal dagewesen zu sein.
Bis Hófsos ist es nun nur noch ein Katzensprung. Es gibt dort ein kleines Schwimmbad, unter 300 Einwohner, überschaubare Touristen und heute welche aus Schleswig-Holstein. Ich wusste nicht, dass der Ort nicht nur wegen seines Schwimmbades bekannt ist, sondern auch wegen seiner Basaltsäulen (danke Renate) und einem interessanten Auswanderermuseum. Wir interessieren uns für das Schwimmbad und ich auch noch für die Basaltsäulen. Das Museum muss bis nächstes Jahr warten.

Was man so findet und sieht am Strand! Upps, meine Schuhe sind zu sehen, die müssen ganz schön was mitmachen.
Wahrscheinlich liegen diese Säulen tief im Boden. Diese Formationen entstehen beim Erkalten von bestimmten Lavaströmen. Jahrhundertalte Fragmente. Staunenswert das fast kreisrunde mittige Gestein.
Ihr merkt schon, meine Steinliebe dreht mit mir durch.
Wie Mikadostäbe aneinander und sicher fällt auch ab und zu einer ab.
Einen gibt es noch
Jetzt beim Schreiben denke ich, soviele schöne und unterschiedliche Menschen es auf der Welt gibt, soviel schönes und unterschiedliches Gestein gibt es.
7.Juli . bis Akureyri
Wir fahren in die Sonne, und es wird wirklich ein wunderschöner Tag mit einigen Stops, einspurigem Tunnel.
Vom Skagarfjörður an den Eyjarfjörður, um dann in Akureyri auf den Campingplatz zu fahren.
Erholung pur, einfach mal die Seele baumeln lassen, vielleicht ein wenig an die ersten Siedler denken
und nicht wieder weg wollen.
Wir tauchen ein in die Gegend des Flóki, des Raben Flóki oder Hrafna-Flóki. Flóki führte 3 Raben mit sich und gab letztendlich Island seinen Namen. Nach einem enttäuschten Jahr in den Westfjorden kehrte er zurück nach Norwegen und soll aber später zurück gekommen sein und soll hier verstorben sein.
Einen schönen Platz hat er sich ausgesucht.
und wir auch 
Prompt kommen noch weitere Sekundenbesucher unter anderem ein PWK mit Poser“schnepfen“. Entschuldigt bitte den Ausdruck, aber wenn ihr das gesehen hättet, wäre die Bezeichnung der s.o. wohl ähnlich. Geschichte interessierte die jedenfalls gar nicht.
Diese Strecke sind wir schon einmal, aber anders herum, gefahren und ich kann mich nicht an diese schöne Strecke erinnern. Wie konnte ich nur. Leider gibt es sehr wenige Stellen zum Aussteigen, die Strecke um die Spitze der Tröllaskagi, der Trollhalbinsel, herum ist einfach ein Traum. 
Der einspurige Tunnel nach Siglufjörur ist mittlerweile mit einer halbseitigen Schranke und einer Ampel gesichert, das haben wir aber erst beim Rausfahren bemerkt und schon sind wir in der Heringsstadt schlechthin. Das beste Heringsmuseum des Landes befindet sich hier, eine meiner Lieblingsserien (Trapped – Gefangen in Island) wurde hier und in der Umgebung gedreht.
Nette Begrüßung
In den umliegenden Bergen kann man diverse Schneebarrieren erkennen und die Skigebiete. Eigentlich doch komisch, fast überall in Island findet ein sehr aktives Wintersportleben statt, aber auf europäischen Meisterschaften findet man niemanden. 
Nach einer kurzen Pause und einem Erinnerungsgang, geht es dann weiter.
Nach dem zweispurigen Tunnel bis zum Hedinsfjörður folgt dann Olafsfjörður. Der Hedinsfjörður ist wohl eines der kargsten Fjorde Islands. Es gab nur wenige Besiedelungen in der Neuzeit. Für die Bewohner war es extrem schwer bspw. nach Sigló oder Olafsfjörður zu kommen, beide Tunnel gab es noch nicht. 
Der dritte und wieder einspurige Tunnel. Ich saß mit dem Gesicht fast am Fenster, möge da bitte kein Auto von vorne kommen und erst recht kein LKW. Panik-Paula. Der Mottaka-Gott war aber auf meiner Seite. Es waren ausreichend Ausweichspuren vorhanden, aber richtig entspannt war ich nicht.
Weiter durch Dalvik bis nach Akureyri, ein Spaziergang ist angesagt, mal die Glieder bewegen. 
So oft schon in Akureyri gewesen, aber noch nie in der Kirche, muss auf kommendes Jahr verschoben werden.
Ich hab geguckt, von mir waren keine verloren gegangenen Schuhe dabei. Was in Trondheim die Regenschirme, in Flensburg die Turnschuhe, sind hier die angemalten Schuhe. Witzige Idee ohne Sinn aber nett.
Morgen wird eingekauft und dann ab nach Hrisey.