08.-12.07. – Hrisey mal ganz anders

08.-12.07. – Hrisey mal ganz anders

19. Juli 2026 Aus Von admin

Abraham, wir sind bald wieder da

In Ruhe einkaufen und noch Einkaufswünsche erfüllen, dann ab zu der Fähre, die uns auf die kleine Insel Hrisey führen soll. Ich muss jetzt gerade schmunzeln und an die Touristin denken, die Inseln ja so überhaupt nicht mag und Island furchtbar fand.
Zu unserer Überraschung kommen Waltraud und Claudia auch in Árskogssandur von Dalvik kommend an den Fährhafen. Was aber eher da ist als die beiden sind etliche Einkaufstaschen geliefert vom Kronan; sie liegen bereits auf der Pier. Oh je, wer soll das alles essen? Doch wohl nicht, weil wir so hungrig sind? Wir haben ja auch noch in Akureyri eingekauft. Für euch zum Staunen: Eine Obstkiste mit wirklich tollem Obst wie 3 Sorten Pfirsiche, Apfelsinen und Äpfel, nicht mehr als insgesamt unter 15 Stück für umgerechnet 70!!! Euro. Da genießt man jedes Stück umso mehr und es schmeckte wirklich sehr sehr gut.
Hat man nach Ankunft der Fähre auf der Insel sehr viel Gepäck, stehen am Fähranleger einige Schubkarren für den Transport, denn die Insel ist fast Autofrei, aber keineswegs Treckerfrei, denn die werden ebenfalls gebraucht um Gepäck zu transportieren, oder Inselbesucher umherzu fahren. Da würde sich jedes Treckermuseum freuen.

Ich bestaune den Trecker und der Hund im Hintergrund, also der mit vier Beinen, fragt sich wo ich bleibe.

Freitag ist Dorffest und Waltraud backt bereits am Donnerstag, ich fange mit den Pizzaschnecken erst am Freitag an.

Fünf Familien haben sich bereit erklärt Kuchen zu backen und einen offenen Garten zu haben, es finden Gespräche statt, manchmal flirten auch Ehemänner, die schon „etwas intus“ haben, nicht nur mit ihren Ehefrauen oder aber es gibt Überraschungen, bei der man nicht merkt, dass man sich mit einem bekannten Schriftsteller unterhält. Tststs, was man so alles erlebt!

Und wenn dann mehr als 100 Leute im Garten gestanden haben, auf den Stufen oder am Tisch gesessen haben, dann sitzen da drei Grazien und freuen sich, dass Kaffee, Kuchen, Deftiges und Saft weggefuttert/getrunken ist.

Und sag noch einer, in Island wäre es kalt!
Und wo war Günter während der ganzen Zeit? Der hat Kaffee gekocht, immer für Nachschub gesorgt. Er war wichtiger, als er ahnte.

Das ganze Dorf ist geschmückt

Und wenn man nicht weiß wohin mit dem Kram, dann wird es eben „traditional Art“, jo geht auch so und ist immer gut für ein Foto.

Wir sind schnell bekannt als diejenigen, die bei Waltraud und Claudia zu Besuch sind und man erwidert wirklich sehr herzlich unseren Gruß Goðan daginn, manchmal auch nur Goðan dag oder nur daginn. Ist immer richtig, so wie bei uns das Tschüß.
Es gibt Musik, Spiele für die Kinder ,bezahlbare Hotdogs, Theater und viel viel Gute Laune. Das für Samstag geplante große Feuer fällt dann aber dem sehr starken Sturm zum Opfer.

Leute wir sind heut mit dem Trecker da. Treckerkorso durch jede Straße auf der Insel.


Ach ja, der Abraham. er hat uns auf unseren Spaziergängen begleitet.

Da bekommt doch der Spruch „Du oller Fischkopp“ eine völlig neue Bedeutung.

Die Trockendarren werden tatsächlich noch genutzt. Auf der Insel gibt es jemanden, der Hákárl herstellt, also kleine Stückchen vom Grönlandhai, ich hatte den bereits beschrieben. Diesmal hing nichts dort und probiert hab ich den auf dem Dorffest auch nicht. Es durfte dort kein Brennivin ausgeschenkt werden und ohne den Schnaps hinterher bin ich nicht bereit. Wahrscheinlich auch nicht mit Svarti dauði (schwarzer Tod). Der schmeckt gar nicht so grauslich wie er sich anhört.

Geht einem da nicht das Herz auf. Mit Glück kann man auch manchmal Wale im Fjord sehen, aber nun bin ich ja da und die Wale haben reißaus genommen. Kenn ich schon.

Nochmal etwas für die Seele

Könnte das Fundament für unsere Hütte auf der Insel sein, aber ach es bleibt ein Traum.

Am Samstag gibt es dann noch Open house bei Svanhild. Wer oder was ist Svanhild? Erstmal die Nachbarin von Claudia, dann eine Sammlerin von Glockensträngen, die im ganzen Haus verteilt an den Wänden hängen. Svanhild macht auch ultrasüße Rhababermarmelade und sehr gut schmeckende Rhabarbergrütze. Wenn man dann wie ich „meira, meira“ ruft, bekommt man auch Nachschlag.


Kleine Auswahl.

Wir werden verwöhnt, jeden Tag durch ein tolles Obstfrühstück und durch eine herzliche Wärme, die uns manchmal auch verlegen macht. Wir haben uns kennengelernt vor 4 Jahren durch einen Anhänger, der eine Herzensangelegenheit für Claudia ist und es hat sich eine Freundschaft daraus entwickelt, die weit darüber hinaus geht. Die beiden sind Teil unserer Familie und wir sind Teil ihrer Familie. Welch ein wunderbares Gefühl.

Aber irgendwann heißt es immer Abschied nehmen. Abraham hat sich so sehr an uns gewöhnt, dass er noch Tage, nachdem wir von Hrisey weg waren, vor dem Gästezimmer auf uns gewartet hat. Armer Hund. Nun bekommt er ein Zentimetermaß an die Wand gehängt. Pro Tag, bis wir wieder kommen, einen Zentimeter. Jeden Tag wird dann ein Zentimeter abgeschnitten bis „Hurra wir sind wieder da“. Ist natürlich ein Scherz, der Hund kann ja nicht mit der Schere umgehen.

Und dann trinken wir wieder gerne einen Kaffee mit euch.